Diese Frage bekomme ich häufiger gestellt als jede andere: "Was kostet ein Logo?" Die ehrliche Antwort ist "kommt darauf an" — und in diesem Artikel erkläre ich, worauf genau, damit Sie vor dem ersten Gespräch mit einer Designerin ein realistisches Budgetgefühl haben.
Warum es keinen einzelnen Festpreis gibt
Ein Logo ist keine Ware von der Stange, sondern das Ergebnis eines Prozesses: Markenrecherche, mehrere Konzeptrunden, Überarbeitungen, finale Dateiübergabe. Der Preis hängt davon ab, wie viel Arbeit in diesem Prozess steckt — nicht davon, "wie lange das Zeichnen eines Bildes dauert".
Was den Preis wirklich beeinflusst
Umfang des Projekts. Der größte Preisunterschied liegt zwischen "nur ein Logo" und "Logo + Markenhandbuch + Anwendungen" (Visitenkarten, Social Media, Verpackung). Ein Komplettpaket kostet mehr, deckt aber sofort deutlich mehr der tatsächlichen Bedürfnisse eines Unternehmens ab.
Anzahl der Konzepte und Überarbeitungen. Eine einzige Option zur Auswahl ist günstiger. Drei oder vier unterschiedliche Richtungen, die durch Feedback verfeinert werden, ist ein längerer und teurerer Prozess — das Ergebnis entspricht dafür deutlich genauer den eigenen Vorstellungen.
Erfahrung und Arbeitsform der Designerin. Ein Einsteiger-Freelancer, ein erfahrener Freelancer und eine Branding-Agentur sind drei unterschiedliche Preiskategorien, und der Unterschied kann ein Vielfaches betragen. Nicht, weil jemand "besser zeichnet", sondern weil im Preis einer Agentur ein Team, Projektmanagement und ein umfassenderer Prozess enthalten sind.
Zeitrahmen. Ein Eilauftrag in 2-3 Tagen kostet mehr als ein entspannter Zeitplan über 2-3 Wochen — das ist in jeder kreativen Branche gängige Praxis.
Nutzungsrechte. Die vollständige Übertragung der Nutzungsrechte ist bei Freelancern meist im Preis enthalten, sollte aber separat bestätigt werden — besonders wenn das Logo Teil einer Markenanmeldung wird.
Realistische Marktspannen
Zur groben Orientierung (das sind Marktrichtwerte, keine feste Preisliste von mir — für ein genaues Angebot für Ihr Projekt schreiben Sie mir am besten direkt):
- Logo-Generatoren und Vorlagen-Marktplätze — von wenigen Dollar bis 50$. Schnell, günstig, aber ein vorgefertigtes Designelement, das genauso leicht von Ihrer Konkurrenz gekauft werden kann.
- Wettbewerbsplattformen (wie 99designs) — meist 200-500$+ pro Paket, bei dem mehrere Designer:innen Entwürfe einreichen und Sie eine Gewinnerin auswählen.
- Freelancer mit Portfolio — oft im Bereich 150-800$ für ein Logo, je nach Erfahrung und Umfang.
- Komplettpaket "Logo + Markenhandbuch + Anwendungen" von einem Freelancer — meist 400-1.500$.
- Branding-Agentur — kann bei etwa 2.000$ beginnen und deutlich höher gehen, besonders bei größeren Unternehmen.
Worauf man neben dem Preis achten sollte
Die günstigste Option ist langfristig selten die wirtschaftlichste. Fragen, die sich zu stellen lohnen:
- Erhalte ich Quelldateien in druck- und webtauglichen Formaten (SVG, AI, PNG mit transparentem Hintergrund)?
- Sind Farbcodes und Schriften im Paket enthalten, damit ich die Marke künftig selbst konsistent anwenden kann?
- Ist dieses Logo wirklich einzigartig oder eine angepasste Vorlage?
- Wie viele Überarbeitungsrunden sind enthalten, und was passiert, wenn ich mehr brauche?
Was ein "vollständiges" Paket bei mir umfasst
Wenn Kund:innen für ein Logo zu mir kommen, ermutige ich sie immer, über das reine Zeichen hinauszudenken: Zum Logo gehören bei mir eine Farbpalette, Typografie und grundlegende Anwendungsbeispiele — eine Basis, die sofort konsistent auf Website, Social Media und Druckmaterialien angewendet werden kann, statt nur ein Bild im luftleeren Raum.
Ein gutes Logo ist nicht das schönste Bild. Es ist ein Zeichen, das jahrelang für die Wiedererkennung Ihres Unternehmens arbeitet.
Wenn Sie ein konkretes Budget und einen Zeitrahmen im Kopf haben, schreiben Sie mir — ich sage Ihnen ehrlich, was dafür realistisch machbar ist, ohne Schönfärberei.